Snowboard-Pionierin Silvia Mittermüller fährt zur Athletensession nach Olympia

Silvia Mittermüller war die erste deutsche Olympia-Starterin im Slopestyle. ©DOSB/picture-alliance

Olympische Spiele bieten eine einmalige Gelegenheit für Sportlerinnen und Sportler, in einem besonderen Umfeld Gleichgesinnte aus aller Welt und aus den verschiedensten Disziplinen zu treffen. Dieser Grundgedanke liegt auch der Internationalen Session für olympische Medaillengewinner und Olympiateilnehmer zugrunde, die vom 2.-9. Juli zum vierten Mal stattfindet. Ausrichter ist die Internationale Olympische Akademie (IOA), die im Rahmen der Session 60 olympische Athletinnen und Athleten aus aller Welt in Olympia/Griechenland begrüßen wird. Diese absolvieren ein einwöchiges Workshop- und Seminarprogramm, in dem sie sich vor allem mit Olympischer Erziehung und der Vermittlung olympischer Werte auseinandersetzen. Als Repräsentantin von Team Deutschland entsendet die Deutsche Olympische Akademie (DOA) die Snowboarderin Silvia Mittermüller, die in diesem Jahr ihr Olympia-Debüt in PyeongChang erlebte.

 
 
Mittermüller in Aktion beim Slopestyle-Training in PyeongChang ©Carola Englert

Olympia als letztes Puzzlestück der Karriere
Die 34-jährige Münchenerin war von klein auf fasziniert von „Sportarten mit Brett“ – sie fing mit Skateboarden an, bald kam das Snowboarden dazu, anschließend lernte sie auch noch Surfen. „Außerdem spiele ich gerne Schach, das ist sozusagen mein vierter Brett-Sport“, sagt Mittermüller. Snowboarden spielte dabei immer die Hauptrolle, allerdings nicht primär mit dem Fokus auf Wettkämpfen, sondern vor allem auch aus purer Leidenschaft am Sport. Dem sportlichen Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch: In einer von zahlreichen Höhen und (verletzungsbedingten) Tiefen geprägten, inzwischen 15 Jahre währenden Karriere erlebte Silvia Mittermüller „alles von Medaille bis Kreuzbandriss“. Im März 2016 gewann sie als erste Deutsche ein Weltcuprennen im Slopestyle.

Ein letztes Puzzlestück fehlte der Top-Athletin aber bis zuletzt. „Ihre“ Freestyle-Disziplinen Big Air und Slopestyle wurden 2014 olympisch, Mittermüller riss sich aber kurz vor den Spielen in Sotschi die Achillessehne und konnte nicht antreten. Mit dem Ziel Olympia vor Augen erkämpfte sie sich vier Jahre später erneut einen Startplatz und fuhr als erste deutsche Starterin in Big Air und Slopestyle im Februar 2018 nach PyeongChang. Auch dort hatte sie wieder mit Verletzungspech zu kämpfen, da sie im Slopestyle-Training bei starkem Wind stürzte und sich schwer am Knie verletzte. Doch Silvia Mittermüller zeigte olympischen Geist und fuhr im Finale mit Rucksack auf dem Rücken an der Seite der Strecke hinunter ins Ziel – und damit in die Wertung. So blickt sie trotz allem positiv auf die Spiele zurück: „Ich habe 20 Jahre für meinen Sport gelebt und ihn im zweiten Anlauf mit stolzen 34 Jahren auf der größten, olympischen Bühne präsentieren zu dürfen, hat mir sehr viel bedeutet.“

Die Vorbildfunktion olympischer Athleten
Silvia Mittermüller ist damit selbst ein Paradebeispiel für das Hauptthema der diesjährigen Athletensession „The athlete as a role model“. Und sie ist davon überzeugt, dass alle olympischen Athletinnen und Athleten gute Vorbilder und Inspirationsquellen für jeden sein können, der ein Ziel erreichen möchte. „Ohne Leidenschaft, Aufopferung und Kampfgeist kommt keiner nach Olympia“, sagt die Snowboarderin. Für sie findet diese Reise gewissermaßen bereits zum zweiten Mal im Jahr 2018 statt – nach den Olympischen Winterspielen in PyeongChang im Februar macht sie sich nun auf den Weg ins antike Olympia nach Griechenland.

Dort ist Silvia Mittermüller vor allem auf das Treffen mit Gleichgesinnten aus aller Welt gespannt: „Ich freue mich sehr, andere Sportler und ihre Geschichten kennenzulernen und darauf, uns über die Aspekte des Sportler-Daseins in verschiedenen Ländern auszutauschen. Wir können sicher voneinander lernen.“

Die DOA wünscht Silvia Mittermüller eine schöne und anregende Zeit in Olympia mit vielen unvergesslichen Erlebnissen. Weitere Informationen zur Session sowie einen Live-Stream einiger Programmpunkte stellt die IOA hier zur Verfügung: http://www.ioa-sessions.org/olympic-medalists

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