Die DOA beim Winter-EYOF 2025

Ein Ambassador und ein Koordinator berichten von dem Nachwuchs-Multisportevent in Bakuriani

Gruppenfoto der European Young Olympic Ambassadors bei einem Wettkampf in Bakuriani
Die European Young Olympic Ambassadors. © EOC/European Olympic Committees

Vom 9. bis 16. Februar 2025 fand in Georgien das 17. Winter European Youth Olympic Festival (EYOF) für Europas beste Nachwuchssporttalente statt. Am Rahmenprogramm wirkten zwei bekannte Gesichter der Deutschen Olympischen Akademie (DOA) mit: Zum einen Henning Kunkel, Referent Bildung, der für das Team D als European Young Olympic Ambassador (EYOA) nach Bakuriani reiste. Zum anderen mit Jan Steinmüller ein ehemaliger DOA-Praktikant, der mittlerweile bei World Athletics als Education Coordinator arbeitet und als Alumnus des Ambassador Programmes eingebunden war. Wir haben mit beiden über ihre Erfahrungen gesprochen.

DOA: Was hat euch motiviert, am EYOA-Programme teilzunehmen?

HK: Jungen Leistungssportler*innen aufzuzeigen, dass der Sport neben Spaß und Erfolg bei Wettkämpfen und harter Arbeit im Training auch für die Persönlichkeitsentwicklung und unsere (europäische) Gesellschaft viel zu bieten hat. Das motiviert mich enorm und macht für mich, neben der Freude an Bewegung, auch in meinem Leben den Sport aus. Für dieses Vorhaben dann nach Georgien reisen und dabei Gleichgesinnte aus ganz Europa kennenlernen? Da wollte ich natürlich dabei sein.

JS: Eine Besonderheit des Programmes, die mich persönlich sehr fasziniert, ist, dass es Ambassador aus verschiedensten europäischen Ländern und Kulturen zusammenbringt und diese gemeinsame Aktivitäten zur olympischen Wertevermittlung für junge Athlet*innen erstellen. Dabei bringt jeder seine eigenen Erfahrungen aus dem Sport mit. Diese Kombination aus Leidenschaft für olympische Werte und internationaler Vernetzung sowie die Interaktion mit jungen Athlet*innen macht für mich den besonderen Reiz aus.

Wie sah euer Tagesablauf vor Ort aus?

HK: Jeder Tag sah ein bisschen unterschiedlich aus, aber eine gute Zusammenfassung sieht prinzipiell so aus: Vormittags habe ich gerne Wettkämpfe besucht, das Sportgeschehen also live an der Strecke verfolgt. Im Anschluss stand die Arbeit am EYOA-Stand an: Athlet*innen mit den Aktivitäten begeistern, gegen Coaches quizzen und sie, bei Erfolg, mit Give-Aways belohnen. An zwei Abenden haben wir außerdem einen Cultural Evening organisiert: Die Sportler*innen konnten verschiedene Tänze austesten, neue Sprachen kennenlernen und herausfinden, ob sie am Geschmack das Herkunftsland eines Snacks erraten können.

JS: Die Tage waren meist in Vormittag- und Abendschicht unterteilt. So hatten die Ambassador aber auch die Alumni zwischendurch Freizeit, um Wettkämpfe zu schauen oder selbst Sport zu treiben. Ich habe den Morgen gerne genutzt, um laufen zu gehen und bin danach meist zu den Wettkämpfen gegangen. Während der Shift am EYOA Booth haben wir Alumni dann eine eher koordinierende Rolle eigenommen und geschaut, dass alles läuft. Wir waren Ansprechpartner für die Ambassador und haben, wenn nötig, auch bei den Aktivitäten unterstützt. Der Abend stand dann jedem frei und wir haben meist mit den anderen Ambassadors den Tag ausklingen lassen.

Wie konntet ihr eure Kenntnisse von der DOA und World Athletics in das Programm einbinden?

HK: Bei der DOA und im EYOA-Programme geht es am Ende darum, möglichst spannend und erlebnisreich die olympischen Werte und die Olympische Idee zu vermitteln. Ich konnte also bei der Planung und Erstellung unseres EYOA-Konzepts und der einzelnen Aktivitäten auf das bestehende Wissen und beispielsweise die „Olympia ruft: Mach mit!“-Materialien zurückgreifen.

JS: Das Erstellen und Umsetzen von interaktiven Bildungsaktivitäten für Athlet*innen während des Outreach Programmes ist etwas, das ich auch in meiner Arbeit bei World Athletics mache. Daher konnte ich unterschiedlichste Erfahrungen in die Interaktion und Kommunikation mit den Sportler*innen einbringen.

Welche Learnings nehmt ihr mit für eure Arbeit in Frankfurt und Monaco?

HK: Vor allem, wie wertvoll interkultureller Austausch für die olympische Bildung ist – das möchte ich auch in Deutschland weiterfördern. Wenn die europäischen Leistungssportler*innen sich über ihren Sport, ihre Möglichkeiten, einfach allgemein über ihr Leben austauschen, entstehen so viele Learnings und eine gegenseitige Akzeptanz und Respekt. So ein Verständnis der Werte, das kann man mit ausgedachten Spielen und Aktivitäten nicht immer erzielen. Daher diesen Austausch anzuregen, sehe ich als äußerst wichtig an, nicht nur für die Nachwuchsathlet*innen, sondern für die gesamte Gesellschaft.

JS: Ich nehme vor allem den internationalen Austausch mit den Ambassadors mit. Es war unheimlich wertvoll, mehr aus anderen Ländern über die olympische Wertevermittlung und Sportstrukturen zu erfahren. Gerade durch die Best Practices aus anderen NOKs konnte man Ideen für die eigenen Arbeitsfelder erhalten. Aber auch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen Kulturen war sehr gewinnbringend.

Was war euer persönliches Highlight?

HK: Als European Young Olympic Ambassador ist man nicht nur Teil des Programms, sondern auch Teil der Delegation des jeweiligen Landes, in meinem Fall also Team D. Ich war sehr happy darüber mit den Athlet*innen und Coaches bei der Eröffnungsfeier dabei sein zu dürfen. Doch mein persönliches Highlight war, die Snowboard-Wettbewerbe im Slopestyle bei sonnigem Wetter an der Strecke verfolgen zu können. Nicht nur, dass dort beeindruckende Sprünge und Tricks gezeigt wurden, der Tag war mit zwei Medaillen für unser Team auch sehr erfolgreich.

JS: Mein persönliches Highlight war der gute Zusammenhalt und die Community, die zwischen den Ambassador entstanden ist. Dass Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben, innerhalb einer Woche schnell so gut als Team zusammenarbeiten und eine Einheit bilden, war für mich besonders bemerkenswert. Aus sportlicher Sicht sind natürlich die vier Medaillen für Team D trotz der kleinen Delegation hervorzuheben.

  • © Privat
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  • © EOC/European Olympic Committees
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Über das European Youth Olympic Festival und Ambassadors Programme

Das „European Young Olympic Ambassador (EYOA) Programme“ fördert die olympischen Werte unter jungen Athlet*innen, die beim „European Youth Olympic Festival (EYOF)“ starten.

Mehr Informationen zu den diesjährigen Ambassadors und ihren Aufgaben finden sich in den Nachberichten auf der offiziellen Website und auf Instagram.

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