Rhine-Ruhr 2025 startet in 99 Tagen
Die FISU World University Games werden Studierende aus aller Welt in NRW versammeln
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| Das weiße Logo vor blauem Hintergrund. © Rhine-Ruhr 2025/Andrea Bowinkelmann |
Rund 100 Tage vor Eröffnung der Studierenden-Weltspiele in Deutschland sprachen Sina Diekmann, Abteilungsleiterin Sport der Veranstaltungs-gGmbH, und Jörg Förster, der Vorstandsvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über das Programm und ihre Hoffnungen. Auch Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Vorsitzende der Deutschen Olympischen Akademie (DOA), ist an der Multisportveranstaltung beteiligt, die vom 16. bis 27. Juli 2025 die internationale Elite der studierenden Sportler*innen in der Region Rhein-Ruhr und in Berlin willkommen heißen wird.
Eine Blaupause für nachhaltige Spiele
„Natürlich vergleichen wir uns, was Bedeutung und Stellenwert angeht, nicht mit Olympischen Spielen“, sagt Jörg Förster, der dem adh seit 2017 vorsteht. „Aber wir bereiten einen Weg, indem wir in der Region eine Großveranstaltung durchführen, die als Blaupause für nachhaltige Spiele dienen kann, da wir nur bestehende Sportstätten nutzen.“ Immerhin ist Rhein-Ruhr eine der vier Regionen, die Olympische und Paralympische Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044 ausrichten möchten und die aktuell im engen Dialog mit der DOSB-Stabstelle Olympiabewerbung stehen.
Um die Qualität der Veranstaltung auf dem geforderten internationalen Niveau zu gewährleisten, wurde die Bundeshauptstadt einbezogen, wo derzeit das einzige für internationale Großevents taugliche Schwimmbecken in Deutschland vorhanden ist. Auch Volleyball wurde nach Berlin ausgelagert. „Durch Corona und allgemeine Kostensteigerungen musste die Durchführungsgesellschaft eine kosteneffiziente Lösung finden, um die Qualität der Spiele zu sichern”, sagt Jörg Förster. „Dies ist ihr in herausragender Weise gelungen und hatte zur Folge, dass die Spiele nun sogar noch nachhaltiger geworden sind.“
Am gestrigen Montagabend (7. April) wurde mit einem Kick-off-Event in Mülheim an der Ruhr der 100-Tage-Countdown eingeläutet, am heutigen Dienstag (8. April) gehen die Tickets für die Wettkämpfe in den 18 Sportarten in den Verkauf (alle Informationen dazu hier).
„Wir sind jetzt voll in der Umsetzungsphase, alle wichtigen Aufträge sind vergeben, unser Fokus ist nun direkt auf die Spiele gerichtet“, sagt Sina Diekmann. Sie ist seit drei Jahren bei der Veranstaltungs-gGmbH angestellt, die der ADH gründen musste, um die Organisation und Ausrichtung stemmen zu können. „Ich war Mitarbeiterin Nummer fünf, mittlerweile sind wir bei rund 250, Tendenz stetig steigend“, sagt die 35-Jährige, die sich als Chief Sports Officer um alle Themen rund um die sportliche Durchführung kümmert.
Ein zentrales Dorf für Athlet*innen gibt es – anders als bei Olympischen und Paralympischen Spielen – nicht. Die Teilnehmenden werden in Hotels in der Nähe ihrer Wettkampfstätten untergebracht, um eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. „Wir wollen auch ein Zeichen setzen, dass ein Sportevent dieser Größe in puncto Nachhaltigkeit machbar ist“, betont Förster.
Vertrauensvolle Kooperationen mit Sportdeutschland
Der adh ist eng mit dem DOSB als Dachverband in „Sportdeutschland“ vernetzt. Als Verband mit besonderen Aufgaben ist er Mitglied im DOSB – und bei der DOA, die für den DOSB das Themenfeld „Olympische Erziehung“ übernimmt. Ihre Zusammenarbeit zeigt sich bei den universitären Angeboten der Akademie, u. a. im Rahmen des traditionellen Olympiaseminars.
Dass die Kooperationen nicht einseitig, sondern wechselseitig gelebt werden, beweist Gudrun Doll-Tepper, die bei der FISU Conference 2023 in Chengdu als DOA-Vorsitzende eine Keynote gehalten hat. Sie betont: „Es ist eine große Freude, dass nun die FISU World University Games und die Conference in Deutschland stattfinden werden.“
Auch an Universitäten würden die Werte des Sports helfen, Menschen verschiedener Kulturen und Nationalitäten zu verbinden – ganz im Sinne der Olympischen Idee. Zudem könnten die Studierenden-Weltspiele als Sprungbrett für Athlet*innen dienen, um selbst einmal an Olympischen oder Paralympischen Spielen teilzunehmen.
„Die FISU World University Games fördern also (in-)direkt auch die zukünftigen Erfolge von Team D und Team D Paralympics. Ähnlich wie das Deutsche Olympische Jugendlager, das wir seit 2010 im Auftrag des DOSB mit der Deutschen Sportjugend ausrichten und das sogar noch eine Stufe tiefer ansetzt – bei Schüler*innen aus dem Nachwuchsleistungssport und Ehrenamt.“
Über die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games
Fast 8.500 Athlet*innen aus rund 150 Nationen, die nicht älter als 25 Jahre alt sein dürfen und als Studierende eingeschrieben sein müssen, werden an den seit 1959 existierenden und seit 1973 im Zweijahresrhythmus ausgetragenen Sommerspielen teilnehmen. Deutschland ist mit rund 350 Aktiven am Start, so viele wie noch nie. Mit Rollstuhlbasketball ist erstmals eine paralympische Sportart Teil des Wettkampfprogramms. Das Budget von knapp 160 Millionen Euro steuern der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen in etwa gleichen Teilen bei. Sechs Städte – neben Berlin sind das Essen, Duisburg (1989 bislang einziger deutscher Ausrichter einer Universiade), Bochum, Mülheim an der Ruhr und Hagen – sind beteiligt.
Die wichtigsten Fragen zu den FISU World University Games beantwortet der DOSB hier.
Quelle: DOSB / DOA


