Zurück in die Zukunft
100 Jahre nach dem IOC-Kongress in Prag fand der 7. EOA-Kongress in historischem Ambiente statt
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| Manfred Lämmer im Tyrš-Haus. © COV/Kozacek |
Heute schließt der 7. Kongress der Europäischen Olympischen Akademien (EOA) in Prag seine Tore. Fünf Tage lang, vom 6. bis 10. Oktober 2025, tagten 60 Delegierte aus 30 Nationalen Olympischen Akademien (NOAs) über „Current Issues and Developments of the Olympic Movement – Commemorating the Olympic Congress in Prague, 1925“. Das Event bot damit einen feierlichen Rahmen, um die Ursprünge des Olympismus in Europa zu reflektieren – und zugleich seine Zukunft zu gestalten.
Montag: die Eröffnung
„Der Kongress ist nicht nur eine Hommage an das Prager Vermächtnis für die Olympische Idee, sondern auch eine Chance, die nächsten hundert Jahre der Olympischen Erziehung in Europa zu gestalten und ihre Werte zu fördern“, sagte Prof. Dr. Manfred Lämmer, EOA-Präsident und DOA-Vorstandsmitglied, in seiner Auftaktrede.
Außerdem hielten Alexandr Kliment (Präsident der Tschechischen Olympischen Akademie), José Manuel Araújo (EOC-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der EOC-Kommission für Kultur und Bildung) sowie IOA-Präsident Prof. Dr. Charilaos Tsolakis Grußworte.
Dienstag: Gala-Dinner und EOA Flame Awards
Ein Höhepunkt der Woche war der festliche Abend im historischen Tyrš-Haus – einem der symbolträchtigsten Orte des tschechischen Sports, an dem 1925 der 8. IOC-Kongress stattfand.
Hier wurden die jährlichen Flame Awards verliehen, die herausragende Beiträge zur olympischen Bildung und zum olympischen Erbe würdigen. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Deutsche Olympische Akademie (DOA) in der Kategorie „Olympic Education“ ausgezeichnet.
Mittwoch: Vorträge und Workshops
Während der gesamten Woche standen zentrale Fragestellungen der Olympischen Bewegung im Fokus – etwa Bildung, Geschlechtergleichstellung, Schutz im Sport und eine kritische Auseinandersetzung mit den Enhanced Games.
Für inspirierende Impulse sorgten u. a. Prof. Dr. Jim Parry (University of Leeds), der die Enhanced Games aus ethischer Perspektive beleuchtete und ihre Doppelmoral aufzeigte, sowie Róisín McGettigan-Dumas (Irish Olympians Association), die das Bildungsprogramm „Dare to Believe“ – einer praktischen Ausführung des OVEP – vorstellte.
Alle Referent*innen, zu denen auch Maria Bogner (IOC, Head of Olympic Studies Centre) und Michael Behr (NADA, Ressortleiter Prävention) zählten, finden sich im offiziellen Programm.
Donnerstag: die Generalversammlung
Die Tagesordnung der achten EOA-Generalversammlung fiel kompakter aus als in den Vorjahren. Wahlen standen nicht an, erst im kommenden Jahr wird über die Nachfolge von EOA-Präsident Prof. Dr. Manfred Lämmer entschieden.
Stattdessen berichteten die neueinberufenen EOA-Kommissionen über ihre Arbeit. In zwei der vier Gremien sitzen mit Prof. Dr. Stefanie Pietsch (Olympic Education) und Dr. Ansgar Molzberger (Olympic Heritage) deutsche Delegierte, die in enger Abstimmung mit der DOA berufen wurden. Außerdem wurde die EOA Medal of Merit in Gold an Abajan Abiyev (Aserbaidschan) verliehen.
Freitag: der Abschluss
Der Abreisetag bot sich an, um ein Fazit zu ziehen: Der EOA-Kongress hat sich als verbindende Plattform für Wissensaustausch, Dialog und Zusammenarbeit inner- und außerhalb Europas etabliert – mit dem Ziel, das olympische Erbe zu bewahren und Fair Play, Bildung und Integrität im Sport zu fördern. Mehr Informationen finden sich auf der EOA-Website.
Darüber hinaus steht mit dem EOA-Seminar in Luxemburg, das vom 13. bis 14. November 2025 stattfinden wird, die nächste Veranstaltung bevor. Die regionale Seminarreihe bietet NOAs aus Nachbarländern die Gelegenheit, ihr Fachwissen auszutauschen und ihre Kooperationen zu intensivieren.


